Ich sehe ihn vor mir. Ganz deutlich. Er hat etwas, das mich zu ihm zieht. Es ähnelt Magie. Der Magie, nach der ich ewig suchte. Es ist so still hier, das Einzige, was man noch hört, ist das leise, monotone Knistern des Feuers. Das Besondere an diesem Feuer - es brennt nicht. Es fließt wie Wasser. Die Äste hinauf, nicht hinab. Entgegen allen Naturgesetzen dieser Welt.
Am Horizont kann man es erkennen, das Männchen. Das Männchen des Feuers. Es leuchtet. Leuchtet blutrot durch die vielen, kleinen und großen Äste hindurch. Es kommt auf mich zu. Auf halben Wege, macht es Halt. Ob es Angst hat? Angst vor mir? Wo ich doch so eine kleine, zierliche und ganz gar nicht monströse, angsteinflößende Gestalt bin. Am Rand des Waldes stehe ich. Ich, der stille Beobachter. Wem will das Männchen zeigen, woher es kommt - etwa mir? Ein zweites Männchen taucht auf. Neben ihm. Es ist blau. So tiefblau, wie das Meer. Doch nun vermischen sich die beiden. Sie werden zu einem. Einem violeten Männchen. Es dreht sich. Dreht sich immer schneller. Dann verschwindet es - oder sie!? Noch einige Momente zuvor sind es ja zwei gewesen. Nun sind sie fort. Ich beschließe, ihnen zu folgen. Mit jedem Schritt glühen meine Füße mehr, doch das ist mir egal. Langsam verschwinden sie, meine Arme, zusammen mit meinem Kopf, dann der Rest meines Körpers. Und ich trete ein, in das ewige Reich, des brennenden Waldes.
Freitag, 9. Oktober 2009
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